Jeder der meinen Blog ließt, hat wahrscheinlich schon etliche male irgendwo gelesen, dass Öl ein wichtiges Industriegut ist, immer knapper wird und für Investoren mit langem Atem und großem Kapital eventuell eine interessante Investition darstellen. Als ich jedoch gestern einen Vortrag über die Knappheit von Phosphor besucht habe, bewegte ich mich auf neuem Terrain. Obwohl ich mich regelmäßig mit Rohstoffen beschäftige, war mir vieles was ich in diesem Beitrag erklären werde nicht bewusst. Als ich merkte, dass auch meine Begleiter etwas geschockt waren war mir klar, dass es dich auch interessieren wird.

 

Beginnen wir bei den Basics

 

Der Redner ist ein ehemaliger Landwirt, der derzeit als Berater in der Branche tätig ist und sich eigentlich auf seine Rente vorbereitet. Diese Pläne wurden jedoch durchkreuzt als er feststellte, was ich dir jetzt erzählen werde. Er begann den Vortrag zunächst damit, wie er als Bauer seine Felder düngte und was einen guten Boden ausmachte. Jede Pflanze braucht zum Wachsen Wasser und Licht – okay das war mir klar. Darüber hinaus benötigt sie drei Elemente: Stickstoff, Kalium und Phosphat – auch das hatte ich noch aus Schulzeiten im Hinterkopf. In Experimenten wurde gezeigt, dass eine Pflanze ohne Phosphor zwar bereitwillig wächst, wenn man ihr alle anderen benötigten Dinge gibt, doch ohne Phosphor ist sie nicht in der Lage neue Samen zu bilden, kann sich also nicht fortpflanzen.

 

Phosphor die Grundlage für alles Leben auf der Erde. Ohne das Element gäbe es keine Pflanzen, Zellen, Tiere, Menschen. Es kommt zwar in unserem Boden vor, doch wird ein Großteil des Phosphors (fast alles) dem Kreislauf entnommen, sodass es immer weniger des wertvollen Elements gibt. Lediglich 0,09% unserer Erdkruste besteht aus Phosphat und es gibt nur wenige Stellen, an denen es abgebaut werden kann. Das kennen wir bereits vom Erdöl – auch hier gehen die Ressourcen langsam zur Neige. Die Geschichte hat es jedoch gezeigt, dass es hier viele Alternativen gibt (Sonnenenergie, Biomasse, Wasserstoff,…). Zum Phosphor gibt es keine Alternative. Im menschlichen Körper kommt es in jeder Zelle vor und es wird tonnenweise auf die Äcker der Welt gestreut, damit die ausgesäten Pflanzen wachsen können.

Der Phosphorvorrat könnte bereits in 20 Jahren erschöpft sein

 

Etwa 70% des hier verbrauchten Phosphats stammt aus Marokko. Dort gibt es ein Abbaugebiet, welches das größte der Welt ist. Forscher vermuten, dass hier aus noch unerklärlichen Gründen Heerscharen von Fischen an einem Ort gestorben sind und für das große Phosphatvorkommen gesorgt haben. Marokko weiß um seine Machtstellung und zieht größtmöglichen Profit aus dem Erdschatz. Der marokkanische König Mohammed VI. startete im April 2013 den Bau der größtes Phosphat Gewinnungsanlage, welche sich auf 1.300 Hektar erstreckt. Einen Großteil des abgebauten Phosphors wird in Marokko zu Dünger verarbeitet, der bei stetig steigenden Lebensmittelpreisen an die Landwirte dieser Welt verkauft wird. Er hält damit die

Zum aktuellen Zeitpunkt werden etwa 190 Tonnen Phosphat im Jahr abgebaut. Die sich noch im Erdreich befindlichen Vorräte würden theoretisch noch für weitere 100 Jahre ausreichen. Da das Phosphat jedoch Tag für Tag an Qualität verliert und mehr Verunreinigungen enthält, wird es schon deutlich früher zu einem Ende des Phosphatvorkommens kommen. Darüber hinaus sorgt die rapide Zunahme der Weltbevölkerung dafür, dass mehr und mehr Lebensmittel produziert werden müssen, um diese zu ernähren. Das bedeutet für die Landwirte, dass mehr Phosphor auf die Felder geworfen werden muss.

 

China bekommt Appetit auf Fleisch

 

In Europa und den USA wurde seit jeher viel Fleisch konsumiert. Was viele jedoch verdrängen ist, dass dies unwirtschaftlich ist. Für die Produktion von einem Kilogramm Schweinefleisch benötigt es etwa 5 Kilogramm Getreide. Bei Rindfleisch sieht es noch schlimmer aus. Bisher war dies kein großes Problem, da ein Großteil der Weltbevölkerung nur sehr wenig Fleisch konsumiert hat. Die bevölkerungsreichen Länder, beispielsweise China, Indien und Pakistan, haben sich lieber an Reis und Fisch gehalten. Damit scheint es jetzt jedoch vorbei zu sein. Die Schwellenländer gelangen zu immer größerem Wohlstand und finden Gefallen an dem zarten Fleisch, was wir wie selbstverständlich zu uns nehmen. Die Auswirkungen auf den Phosphorvorrat der Erde sind unvorstellbar. Wir werden nicht mehr in der Lage sein ausreichend viele Pflanzen produzieren zu können, um die Weltbevölkerung zu ernähren.

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Phosphor ist seit 2007 ein sehr gefragtes Gut

 

Für lange Zeit gab es immer deutlich mehr Phosphor im Angebot als von den Landwirten nachgefragt wurde. Dies änderte sich jedoch mit einem Schlag im Jahre 2007. Hier überschritt die Nachfrage das Angebot und vielen Menschen wurde klar, dass hier mit einem der wichtigsten Güter der Welt gehandelt wurde. Der Kurs schoss innerhalb von einem Jahr um das sechsfache in die Höhe. Die Blase platzte jedoch kurz darauf wieder und der Phosphorpreis pendelte sich etwa bei dem doppelten des ehemaligen Kurses ein. Seit dem ist Phosphor in das Visier verschiedener Spekulanten und Investoren geraten. Auch die Phosphor fördernden Unternehmen scheinen einen Blick wert zu sein.

 

In Ländern wie Australien und Ländern südlich der Sahara herrscht ein starker Phosphormangel. Ohne regelmäßige Lieferungen aus dem Ausland würden hier so gut wie keine Ackerpflanzen mehr gedeihen können und die Nahrungsmittelproduktion würde zusammenbrechen. Mittlerweile spricht man sogar von einer Gefährdung der nationalen Sicherheit, da die Geschicke vieler Länder in der Hand derer liegen, die die Phosphorvorkommen kontrollieren.

 

Die Preise für Phosphor und Nahrungsmittel hängen zusammen

 

Da ein Großteil des Phosphors für die Produktion von Nahrungsmitteln verwendet wird, liegt es nahe, dass die Preise stark miteinander korrelieren. Sind die Lebensmittelpreise hoch, ist dies ein Anreiz für die Landwirte mehr zu produzieren. Dafür benötigen sie mehr phosphorhaltigen Dünger und durch die gestiegene Nachfrage zieht der Preis an. Dies ist vor allem ein großes Problem für die Länder der dritten Welt. Durch die gestiegenen Düngerpreise sind diese nicht mehr in der Lage ihre Felder zu bestellen und es werden deutlich weniger Lebensmittel produziert. So wird es immer schwieriger die wachsende Bevölkerung ernähren zu können.

 

Die Preise für Erdöl und Gas finden häufig eine Erwähnung in den täglichen Nachrichten. Meiner Einschätzung nach wird innerhalb der nächsten Jahre der Phosphorpreis eine ähnliche Stellung erlangen und uns alltäglich begleiten. Dies liegt an seiner enormen Relevanz, die jeden von uns betrifft.

 

Ackerland wird eine wichtige Rolle spielen

 

Durch die wachsende Bevölkerung und die Veränderung der Ernährungsweise wird es immer schwieriger die Menschheit zu ernähren und in vielen Gegenden ist dies jetzt schon nicht mehr möglich. Ein sehr wichtiges Gut ist hier fruchtbares Ackerland. Viele Staaten und Investoren sichern sich aus diesem Grund bereits jetzt Ackerböden in Entwicklungsländern und es hat sich bereits das Wort “land grabbing” für dieses Vorgehen etabliert. Die gekauften Ländereien werden nach dem Kauf oder der Pacht ausschließlich zur Versorgung der eigenen Bevölkerung verwendet. Katar pachtete beispielsweise 40.000 Hektar (knapp 90.000 Fußballfelder) von Kenia und baut dort Gemüse und Früchte an.

 

Auch politisch hat das Wettrennen um Nahrungsmittel Auswirkungen. Ein besonders prominentes Beispiel ist der im Jahr 2009 stattgefundene Sturz der Regierung in Madagaskar. Zuvor hatte diese sich dazu entschieden etwa 50% der Ackerfläche an Daewoo aus Südkorea zu verpachten. Dies führte zu einem Putsch.

 

Die Weltbank schätzt, dass jährlich etwa 45 Millionen Hektar Ackerland verkauft werden. Meist stehen dahinter Regierungen, Fonds und Beteiligungsgesellschaften. Auch Staaten wie Saudi-Arabien haben großes Interesse an fruchtbarem Boden. Mit einem sehr teuren Programm hat der Wüstenstaat lange versucht landwirtschaftliche Flächen im eigenen Land zu schaffen, jedoch ohne wirtschaftlichen Erfolg. In Tansania und anderen afrikanischen Staaten soll in Kooperation mit Investoren im großen Stil Ackerland gekauft und gepachtet werden. Die Reichen sichern sich das Recht auf Lebensmittel und laufen dieses den Mittellosen ab.

 

Phosphormangel wird durch alternative Verwendung des Rohstoffes angetrieben

 

Der Phosphor der Welt wird nicht mehr lange zur Nahrungsmittelproduktion ausreichen. Aus diesem Gesichtspunkt erscheint es sinnvoll ihn auch weiterhin als Dünger auf die Felder auszuwerfen, um so den Zeitpunkt der Lebensmittelkrise möglichst weit nach hinten zu verschieben. Es ist jedoch so, dass Phosphor auch in anderen Industriezweigen benötigt wird. Beispielsweise wird er in Batterien für Elektroautos verbaut. Je mehr Menschen sich nun vom Erdöl abwenden und sich ein Elektroauto kaufen, desto mehr Phosphor wird für die Produktion verwendet und desto früher geht uns dieser Rohstoff aus.

 

Ein Weg aus der Krise – Recycling

 

Wenn kein neues Phosphor auf die Erde kommt, sind wir gezwungen die vorhandenen Reserven immer wieder zu verwenden und somit einen Kreislauf zu erschaffen. Der einzige Weg dies zu erreichen ist ein lupenreines Recycling in dem kein Phosphor verloren geht. Tiere und Menschen scheiden Phosphor aus und somit sind unsere Klärwerke jene, die für eine Rückgewinnung sorgen könnten. In dem österreichischen Leoben hat man es bereits geschafft etwa 90% des verwendeten Phosphors zu recyceln. Noch ist das Projekt jedoch deutlich zu klein um flächendeckende Ergebnisse erreichen zu können. Zudem ist es beim aktuellen Phosphorpreis noch unwirtschaftlich.

 

Wie man als Trader daraus Profit ziehen kann

 

Die Phosphor-Problematik ist vielen Menschen auf der Welt noch vollkommen unbekannt. Meiner Einschätzung nach hat Phosphor ein enormes Potential im Wert zu steigen und ist somit für Anleger mit einem langen Atem sehr interessant. Aus den oben stehenden Überlegungen lässt sich auch ableiten, dass eine Investition in Nahrungsmittelproduzenten sich in den nächsten Jahren enorm auszahlen könnte. Zur Zeiten des Phosphor-Booms (2008) ist die Aktie des deutschen Unternehmens K+Svon etwa 50€ (Stand 2005) auf einen Spitzenwert von 383€ (Stand Juni 2008) in die Höhe geschossen. Dies entspricht einer Steigerung von 766% in nur drei Jahren. Ähnlich sah es bei anderen Unternehmen der Branche aus.

In Unternehmen wie K+S kann man über verschiedene Forex Broker investieren. Hier zahlt man meist deutlich niedrigere Gebühren als bei Haus- und Direktbanken und erhält alle Kurs in Echtzeit. Besonders interessant sind die Anbieter AvaTrade, oder Plus500.

 

Die moralische Ebene

Als Trader haben die eigenen Handlungen internationale Auswirkungen von teilweise ungeahntem Ausmaß. Schwankungen der Währungen und hier ein Anstieg der Lebensmittelpreise wirken sich auf die Leben vieler Menschen aus und dies ist für einige eine moralische Barriere. Zu diesem Thema möchte ich mich hier nicht äußern, da es zu weit führen würde. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass dies durchaus ein Punkt ist, den man mit sich selbst klären sollte, bevor man eine Investition vornimmt.

 

Wie kann ich in solche Werte investieren?

 

Um Profit aus den zukünftigen Entwicklungen ziehen zu können, gibt es unterschiedliche Strategien. Die offensichtlichste ist, sich Phosphor zu kaufen. Dies sollte man möglichst nicht physisch tun, da niemand Lust dazu hat es bei sich im Wohnzimmer zu lagern und große Transportkosten entstehen würden. Einige Broker bieten jedoch den Handel mit Wertpapieren des Rohstoffes an, sodass man in Echtzeit an den Preisentwicklungen partizipiert. So kann man mühelos und ohne große Kosten in Rohstoffe investieren.

 

Alternativ kann man Aktien der Unternehmen erwerben, die direkt oder indirekt am Abbau von Phosphat beteiligt sind. Wer dies tut sollte jedoch darauf achten, dass es qualitative Unterschiede zwischen den verschiedenen Unternehmen gibt. Nicht jedes Unternehmen ist gleich, nur weil es in der selben Branche aktiv ist. Zudem gibt es je nach Standort noch Währungsrisiken die sich auf den Wert der Aktie auswirken können.

 

Eine weitere Möglichkeit ist die Investition in Unternehmen, die von steigenden Phosphorpreisen profitieren könnten. Hier ist beispielsweise die Lebensmittelindustrie zu nennen.

 

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