Preise und Geld spielen in unserem alltäglichen Leben eine große Rolle. Viele unserer Bemühungen zielen darauf ab unser Einkommen zu steigern, oder unsere Ausgaben zu reduzieren. Die meisten Haushalte müssen sparen und schauen beim Einkauf genau auf die Preise. Wie diese sich entwickeln wird genau beobachtet und analysiert.

Dass diese meist auf breiter Front steigen ist den meisten Verbrauchern klar und die Auswirkungen kriegen sie stets mit. Wie stark sie steigen wird durch die Inflationsrate, genauer durch den Anstieg des Verbraucherpreisindex, ausgedrückt.

So hoch ist der Verbraucherpreisindex laut dem statistischen Bundesamt

 

Laut dem statistischen Bundesamt sind die Verbraucherpreise seit dem Jahre 2010 durchschnittlich um 7% angestiegen. Was für jeden Einzelnen aber deutlich interessanter sein sollte ist der Anstieg des Verbraucherpreisindex auf die einzelnen Abteilungen aufgeschlüsselt. Je nach Konsumverhalten zeigt sich hier ein noch drastischerer Anstieg der Preise.

 

Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke:  12,5%

Alkoholische Getränke und Tabakwaren:      14,3%

Bekleidung und Schuhe:                     10,4%

Wohnung, Strom, Gas, Wasser:                7,9%

Möbel und Haushaltszubehör:                 3,5%

Medizinische Versorgung:                    3,8%

Mobilität:                                  4,6%

Kommunikation:                             -9,8%

Freizeit, Unterhaltung, Kultur:             4,8%

Bildung:                                   -6,9%

Hotellerie:                                11,9%

Andere Waren und Dienstleistungen:          7,4%

 

Da jeder von uns sein Geld unterschiedlich ausgibt, erlebt jeder eine andere Inflationsrate. Wer beispielsweise einen Großteil seines Einkommens für Nahrungsmittel, Miete und Bekleidung ausgeben muss, muss einen stärkeren Preisanstieg verkraften. Tragisch ist, dass dies in der Regel jene sind, die ein vergleichsweise geringes Einkommen erzielen. Diese werden besonders hart von der Inflation getroffen.

 

Weshalb gibt es überhaupt einen Anstieg der Preise

 

Häufig ist vielen Menschen unklar, weshalb die Preise überhaupt steigen müssen. Wenn ein Brötchen damals 10 Pfennig gekostet hat, weshalb muss man dann mittlerweile 50 Cent ausgeben? Liegt es daran, dass die Bäcker gieriger geworden sind?

Die Kosten sind gestiegen

 

Jeder Unternehmer hat einen großen Kostenanteil an seinen Produkten. Ein Bäcker muss beispielsweise eine Miete für sein Geschäft zahlen. In den Städten steigen die Preise für Immobilien stark an, was zu einer Erhöhung der Miete führt. Die Gründe dafür sind, dass immer mehr Menschen von dem Land in die Stadt ziehen und es immer mehr Haushalte gibt.

Auch die Kosten für die immer knapper werdenden Rohstoffe betreffen den Bäcker, da dies zu einem Anstieg der Energiekosten führt. Durch den Mindestlohn verdienen die Mitarbeiter mehr Geld. All dies fließt in den Preis des Brötchens ein und muss vom Verbraucher bezahlt werden.

 

Unsere Produkte werden teurer und aufwändiger

 

Beim Bäcker gibt es längst nicht mehr nur “normale” Brötchen, sondern auch Vollkornbrot, Eiweißbrot und Chiasamenbrot. Die dafür benötigten Produkte sind teurer, weshalb auch der Preis der Waren höher sein muss. Selbst die günstigsten Autos haben mittlerweile eine Klimaanlage, elektrische Fensterheber und ein Radio. Dies führt ebenfalls zu einem Anstieg der Preise.

 

Es wird zusätzliches Geld gedruckt

 

Der wahrscheinlich wichtigste Einflussfaktor ist das Entstehen neuer Geldscheine. Dies führt zu einem Anstieg der sich im Umlauf befindlichen Geldmenge, was den Euro in deinem Geldbeutel weniger wert werden lässt. Je mehr Geld gedruckt wird, desto schneller werden die bestehenden Vermögen entwertet. Ein höheres Angebot bei konstanter Nachfrage resultiert in einem fallenden Preis. In dem Fall von Geldscheinen bezahlen wir aber nicht mit einer Währung, sondern mir Waren. Ein Bäcker tauscht Brötchen gegen Geld und wenn dieses weniger Wert ist, muss er mehr davon verlangen.

So wird die Inflationsrate berechnet

 

Es gibt unterschiedliche Herangehensweisen um die Inflationsrate zu berechnen. Die beliebteste ist der Warenkorb. Hier wird ein virtueller Warenkorb mit typischen Produkten eines Endverbrauchers gefüllt und Monat für Monat geprüft, ob sich der Preis dieser verändert. In regelmäßigen Abständen muss die Zusammensetzung des Warenkorbes verändert werden. Dies liegt beispielsweise daran, dass sich das Konsumverhalten ändert. Heute kaufen beispielsweise nur sehr wenige Haushalte Schreibmaschinen, dafür geben mehr Menschen Geld für eine Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio aus.

 

Die Warenkorb-Lüge

 

Trotz großer Bemühungen des Statistischen Bundesamtes ist die Beschreibung des Konsumverhaltens meist sehr weit von der Realität des Einzelnen entfernt. Ich habe beispielsweise in meinem Leben noch nie eine Windel gekauft. Der Warenkorb einer Familie unterscheidet sich deutlich von dem eines Singles. Ein Rentner kauft andere Waren als ein Student und ein Sozialhilfeempfänger kauft andere Dinge als ein erfolgreicher Unternehmer.

 

Darüber hinaus wird eine meiner Meinung nach nicht korrekte Auswahl bei den in den Warenkorb gelegten Waren vorgenommen. Im Jahre 1995 wurden Lebensmittel noch mit 13,1% gewichtet. 10 Jahre später waren es nur noch 10,4%. Wieso? Kritiker sind der Meinung, dass dies daran liegt, dass Lebensmittel deutlich teurer geworden sind und durch die geringere Gewichtung die errechnete Inflationsrate reduziert werden kann. Im gleichen Atemzug wurde der Anteil an Reisen von 10,4% auf 11,6% erhöht. Wer aber leider einen Großteil seines Einkommens für Lebensmittel und nicht für Luxusreisen an das andere Ende der Welt ausgeben muss, spürt den Wertverfall des Geldes stärker.

 

Die hedonische Methode

 

Seit dem Jahre 2002 wird die Inflationsrate unter Verwendung der hedonischen Methode berechnet. Konkret bedeutet dies, dass auch der Lustzugewinn einer Ware einkalkuliert wird.
An folgendem Beispiel wird klar, was damit gemeint ist:

 

Computer sind laut dem Statistischen Bundesamt deutlich günstiger geworden. In der Realität müssen wir jedoch für einen modernen PC mehr Geld auf den Tisch legen als noch vor einiger Zeit. Wie kann das sein? Nach dem hedonischen Prinzip wird bei einem Computer beispielsweise die Rechenleistung durch den Kaufpreis geteilt, sodass die bei gleich bleibenden Preisen und doppelter Rechenleistung auf dem Papier nur die Hälfte bezahlen müssen, wie im Jahr davor.

 

Besonders absurd wird es, wenn man bedenkt, dass zwar Verbesserungen der Produkte berücksichtigt, Verschlechterungen aber außer Acht gelassen werden. Eben habe ich angesprochen, dass Flugtickets in ferne Länder günstiger werden. Dass der Komfort während des Fluges aber darunter leider findet keine Berücksichtigung.

 

Weshalb die Inflationsrate wichtig ist

 

Die Inflationsrate ist eine besonders wichtige Zahl für jeden von uns. Für Konsumenten gibt sie an, wie viel Geld wir Monat für Monat mehr ausgeben müssen, um unsere Bedürfnisse zu befriedigen. Dies merken wir spätestens an der Kasse im Supermarkt. Wer mit seinem Chef um eine Gehaltserhöhung feilscht, kann die gestiegenen Verbraucherpreise argumentativ gegen ihn verwenden. Wer seit einiger Zeit keine Anpassung des Gehalts bekommen hat, verdient real weniger als zuvor und sollte dies dem Chef erklären. Somit steigen die Chancen deutlich.

 

Für Unternehmer ist es ebenfalls ungemein wichtig die Inflationsrate im Auge zu behalten und die Preise der angebotenen Dienstleistung und der Produkte anzupassen. Wer sich zur Finanzierung eines Kredits bedient, muss ebenfalls einrechnen, dass dieser nach und nach an Wert verliert. Aktuell liegt der Zinssatz häufig sogar unter der Inflationsrate, weshalb es oft ein gutes Geschäft ist einen Kredit aufzunehmen.

 

Als Anleger kann die Inflationsrate häufig eine Investition rechtfertigen. Kauft man beispielsweise Rohstoffe wie Gold oder Immobilien, entgeht man der Inflation. Ob diese nun real 0,7% oder 2,5% beträgt, macht hier einen riesigen Unterschied in der Kalkulation der Rendite.

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